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Proteste gegen «Milosevic Boulevard»

Samstag, 2. September 2006 / 09:35 Uhr

Novi Sad - Rund 3000 Menschen im serbischen Novi Sad haben am Freitag gegen die geplante Umbenennung der «Djindjic Strasse» in «Milosevic Boulevard» demonstriert.

Die Innenstadt von Novi Sad.

Viele Protestierende trugen Bilder des 2003 erschossenen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic durch die Strassen. Sie wehrten sich gegen Pläne, eine nach ihm getaufte Strasse der Stadt künftig nach dem früheren Präsidenten Slobodan Milosevic zu benennen.

Der als «Schlächter vom Balkan» bekannte Milosevic stand wegen Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor dem UNO-Tribunal in Den Haag.

Held der Nationalisten

Im März wurde er tot in seiner Zelle aufgefunden. Einigen serbischen Ultranationalisten gilt Milosevic als Held. Djindjic galt als pro- westlicher Reformer.

Viele der Demonstranten waren Anhänger von Djindjics Partei, die sich mittlerweile in der Opposition befindet. «Ich denke, Djindjic verdient es, dass zumindest eine Strasse nach ihm heisst», sagte eine der Protestierenden.

«Hässliche Erinnerungen»

Den Vorschlag die Strasse künftig «Milosevic Boulevard» zu nennen, lehnte sie entschieden ab. «Wir hängen unsere hässlichen Erinnerungen nicht an die Wand.»

(ht/sda)


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