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Putin: Keine Beweise für iranische Atomwaffen

Mittwoch, 10. Oktober 2007 / 14:35 Uhr
aktualisiert: 18:36 Uhr

Moskau - Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat seinen russischen Kollegen Wladimir Putin in Moskau nicht von härteren Sanktionen gegen den Iran überzeugen können. Auch die Haltungen in Bezug auf eine Unabhängigkeit des Kosovo blieben gegensätzlich.

Sarkozy wollte bei Putin für härtere Sanktionen werben.

Er habe «keine Informationen» darüber, dass der Iran «Atomwaffen herstellen will», sagte Putin nach einem Treffen mit Sarkozy in der russischen Hauptstadt.

Russland teile aber «die Besorgnis» seiner Partner, die erreichen wollten, dass «Irans Pläne transparenter werden». Er verwies darauf, dass Teheran bereits Schritte in Richtung der internationalen Gemeinschaft unternommen habe.

Gemeinsames Vorgehen

Sarkozy begrüsste den von Putin bekundeten Willen, in der Iran-Frage weiter mit der internationalen Gemeinschaft zusammenzuarbeiten. Einige Tage vor dem Besuch des russischen Präsidenten in Teheran sei das «etwas Wichtiges», sagte der französische Staatschef, der erstmals seit seiner Wahl im Mai nach Russland reiste.

Das schliesse nicht aus, dass es «Divergenzen bei der Analyse» zum iranischen Atomprogramm gebe. Putin nimmt am 16. Oktober am Gipfel der Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres in Teheran teil.

Die internationale Gemeinschaft hat dem Iran eine Frist bis November eingeräumt, um den Willen zum Stopp der Urananreicherung zu zeigen. Andernfalls soll der UNO-Sicherheitsrat, in dem Frankreich wie auch Russland ein Vetorecht haben, über neue Sanktionen entscheiden.

Lösung für Kosovo gefordert

Zur Kosovo-Frage betonte Sarkozy, es sei «sehr wichtig, dass Europa einig bleibt» und eine offene Debatte mit Russland führe. Er wünsche eine «Lösung, die niemanden erniedrigt», sagte Sarkozy mit Blick auf die traditionelle Unterstützung Moskaus für Serbien und die russische Drohung, ein Veto beim UNO-Sicherheitsrat gegen die Unabhängigkeit der Provinz einzulegen.

(bert/sda)


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