Rechtsradikale wollen aufs Rütli - Behörden gelassen Dienstag, 17. Juli 2007 / 16:54 Uhr aktualisiert: 17:18 Uhr
Bern - Die rechtsradikale Partei National Orientierter Schweizer (PNOS) ruft per Internet zur Teilnahme an der 1.-August-Feier auf dem Rütli auf. Die Behörden reagieren mit Gelassenheit.
 Rechtsradikale an der Gedenkfeier der Schlacht bei Sempach am 30 Juni 2007.
«Ich rechne nicht damit, dass die Rechtsextremen nach Luzern kommen», sagte Ernst Röthlisberger, Kommandant der Stadtpolizei Luzern. Denn ohne Ticket erhalte niemand Zutritt auf eines der Extra-Schiffe, welche die Besucherinnen und Besucher von Luzern aus zur Rütliwiese bringen sollen.
Die Organisatorin der Nationalfeier auf dem Rütli, die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG), wendet wie im Vorjahr ein Ticketsystem an und beschränkt aus Sicherheitsgründen die Besucherzahl auf 2000. Neu organisiert sie auch die Eintrittskontrolle, die im letzten Jahr die Polizei durchführte.
Bisher keine Abweisungen
1700 der 2000 Tickets für die Nationalfeier verteilt der Frauendachverband alliance F. Der Präsidentin Rosmarie Zapfl sind keine Abweisungen wegen eines Verdachtes bekannt. Allerdings sei der Verband nur für den Versand der Anmeldungen verantwortlich und nur bekannte Frauen und Männer erhielten die Unterlagen.
Die SGG, welche die Tickets ausstellt, habe «sehr wenige auffällige Anfragen» erhalten, wie SGG-Mediensprecher Martin Hofer sagte. Solche Fälle werden abgeklärt und nachgeprüft. Verdächtige Anfragen erhalten keine Tickets zugeteilt. Rund zwei Drittel der Tickets wurden bisher vergeben.
Aktionen der Linken
Auch die politisch linke Seite will mit Aktionen am 1. August auf sich aufmerksam machen. Das «Bündnis für ein buntes Brunnen» rief per Communiqué zu einem «kreativen Aktionstag» in Luzern auf, da eine Kundgebung nicht bewilligt worden wäre.
An der Bundesfeier auf dem Rütli werden Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey und Nationalratspräsidentin Christine Egerszegi sprechen. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Schweiz, dass zwei Frauen die beiden höchsten politischen Ämter bekleiden.
(ht/sda)
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