RELIGION
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Richter wegen Protest gegen Kruzifix im Saal entlassen

Samstag, 23. Januar 2010 / 10:52 Uhr

Macerata - Ein italienischer Richter hat sein Amt verloren, weil er nicht in einem Gerichtssaal mit Kruzifix arbeiten wollte. Eine Disziplinarkommission des Obersten Rats für das Gerichtswesen enthob Richter Luigi Tosti aus Camerino bei Macerata per sofort seines Amtes.

Der Richter sah die Trennung von Religion und Staat in seinem Gerichtssaal nicht mehr gegeben. (Symbolbild)

Wie italienische Medien berichteten, begründete die Kommission den Ausschluss aus der Richterschaft damit, dass Tosti sich zwischen Mai 2005 und Januar 2006 geweigert habe, seine Sitzungen abzuhalten.

«Es geht ums Prinzip», erklärte der gemassregelte Richter seine Beweggründe. «Die Präsenz des Kruzifix ist schlicht unvereinbar mit dem erhabenen Grundsatz der Laizität des Staates und den Prinzipien der Gleichheit und Religionsfreiheit.»

Was die Entscheidung des Rats angehe, werde er in die Berufung gehen. Und sollte auch das Kassationsgericht in Rom ihm nicht Recht geben, werde er sich an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg wenden.

Der Gerichtshof in Strassburg hatte Anfang November geurteilt, ein christliches Kreuz im Klassenzimmer einer Staatsschule in Italien verletze die Religionsfreiheit der Schüler. Das Urteil führte zu teils heftigen Protesten. Die italienische Regierung kündigte an, die Entscheidung gerichtlich anzufechten.

(tri/sda)


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