GESUNDHEIT
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Riesiger Pharma-Skandal in Italien aufgedeckt

Mittwoch, 26. Mai 2004 / 20:05 Uhr

Rom - Die Justizbehörden in Italien sind einem grossen Pharma-Skandal auf der Spur: Dabei stehen weit über 4000 Ärzte in Verdacht, gegen Bestechungsgelder die richtigen Medikamente verschrieben zu haben.

Rund 4000 Ärzte sollen die "richtigen" Medikamente verschrieben haben.

Auch etwa 70 Manager und Angestellte des britischen Pharmakonzerns GlaxoSmithKline (GSK) stehen nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Verona unter Korruptionsverdacht. Es soll sich um einen der grössten Skandale dieser Art seit vielen Jahren in Italien handeln.

Insgesamt wurden nach über zweijährigen Ermittlungen der Finanzpolizei mehr als 4700 Menschen in ganz Italien angezeigt, berichtete das staatliche italienische Fernsehen (RAI). Darunter seien über 2500 Allgemeinmediziner, 1700 Spezialisten sowie 60 Krebsspezialisten an Spitälern.

Die "richtigen" Medikamente verschrieben

Den bisherigen Ermittlungen zufolge sollen sie vom Pharmakonzern Geld sowie andere Vergünstigungen und Geschenke erhalten haben, um im Gegenzug Medikamente des Glaxo-Konzerns für ihre Patienten zu verschreiben.

Gegen gut 70 Angestellte der italienischen Glaxo-Tochter leiteten die Behörden Verfahren ein, hiess es weiter. Gegen diese wird zusätzlich wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung ermittelt.

(rp/sda)