Roms Bürgermeister will weitere Roma-Lager räumen Montag, 19. Mai 2008 / 13:17 Uhr
Rom - Der neue römische Bürgermeister Gianni Alemanno will 65 Roma-Barackensiedlungen räumen lassen. Die Siedlungen wurden illegal am Rande der italienischen Hauptstadt gebaut.
 Gianni Alemanno will die straffälligen Roma ausschaffen.
«Man muss diese Siedlungen abbauen, das ist eine Priorität. In Rom gibt es 85 Roma-Siedlungen, nur 20 davon sind legal», sagte der rechtsgerichtete Politiker, der die Bürgermeisterwahl vor drei Wochen gewonnen hat.
Alemanno versprach die Ausweisung der straffälligen Roma. «Die anderen Roma sollen in legalen Siedlungen untergebracht werden. Sie müssen dabei die Prinzipien des zivilen Zusammenlebens respektieren», betonte er.
In den letzten Tagen wurden in Rom mehrere Kontrollen in den Barackensiedlungen durchgeführt. Zwölf Personen wurden festgenommen. Ihnen werden Drogenhandel, Überfälle und Diebstähle vorgeworfen.
Strikte Linie
Die Mailänder Tageszeitung «Corriere della Sera» veröffentlichte eine Umfrage zur strikten Linie der Regierung gegenüber den Roma, derzufolge drei von vier Italienern mit dem Vorgehen einverstanden sind. Anti-Roma-Gefühle sind in der italienischen Bevölkerung weit verbreitet, ging aus der Umfrage hervor.
International stösst die Ausländerpolitik der rechten italienischen Regierung unter Ministerpräsident Silvio Berlusconi auf Kritik. So warf vergangene Woche die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) Italien vor, Einwanderer zu stigmatisieren.
In Italien leben insgesamt etwa 160'000 Roma, Sinti und andere Fahrende; in den vergangenen Jahren waren vor allem Roma aus Rumänien nach Italien gekommen - inzwischen sind es etwa 60'000.
(rr/sda)
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