KRIEG/TERROR
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Schweiz nimmt Kenntnis von Bogotás Misstrauen

Dienstag, 8. Juli 2008 / 23:11 Uhr

Bern - Die Schweiz und Frankreich nehmen Kenntnis davon, dass Kolumbien die europäischen Vermittlungsbemühungen zwischen Bogotá und der FARC ablehnt. Die Regierung von Alvaro Uribe liess verlauten, sie habe zu den Vermittlern kein Vertrauen mehr.

Dem Schweizer Vermittler wird Nähe zur FARC vorgeworfen.

Kolumbien wolle künftig einen eigenen Kontakt zur FARC aufbauen, sagte Uribe laut dem Friedensbeauftragten der Regierung, Luis Carlos Restrepo.

Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) wollte zur Kritik am Schweizer Vermittler Jean-Pierre Gontard keine Stellung nehmen. Man analysiere erst einmal die Lage.

Frankreich: «Immer mit Rücksprache»

Auch das französische Aussendepartement hielt sich zurück. Die Regierung nehme von der Misstrauensbezeugung an ihren Vermittler Noël Saez Kenntnis, sagte Mediensprecher Eric Chevallier. Frankreich wolle aber den Dialog mit der Regierung aufrecht erhalten, um bei der Befreiung weiterer Geiseln zu helfen.

Die Faszilitation von Frankreich, Spanien und der Schweiz sei immer in Absprache mit der kolumbianischnen Regierung organisiert und durchgeführt worden, sagte Chevallier. Wenn die bisherige Zusammenarbeit nicht in der von der kolumbianischen Regierung gewünschten Art geschehen sei, würde Frankreich über Änderungen diskutieren.

«Berater der FARC»

Restrepo liess am Montag verlauten, Saez und Gontard seien wiederholt eher als politische Berater der FARC denn als Fazilitatoren aufgetreten. Zudem hätten ihre Bemühungen über all die Jahre zu keinem Ergebnis geführt.

Gontards Name war in den Dateien des von den kolumbianischen Behörden beschlagnahmten Computer des FARC-Vize Raul Reyes aufgetaucht, der am 1. März getötet worden war. Bogotá erwartet deshalb eine Erklärung betreffend der Übergabe von 480'000 Dollar an die FARC, die in Costa Rica beschlagnahmt wurden.

(ht/sda)


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