Schweizer durch US-Kugel getötet Samstag, 2. Juli 2005 / 19:30 Uhr
Bagdad - Im Irak ist ein schweizerisch-irakischer Doppelbürger durch Schüsse von US-Soldaten getötet worden. Der Mann, ein Sozialdemokrat und Akademiker aus Genf, weilte im Land, um seinen Vater und seinen Bruder zu besuchen.
 Das EDA hat "Kontakt mit den zuständigen Stellen".
"Laut der Familie fuhren die beiden Brüder am Dienstag in einem angemeldeten Fahrzeug nach Bagdad", sagte Ivo Sieber, Sprecher des Eidg. Departementes für auswärtige Angelegenheiten (EDA). Als sie einen US-Konvoi mit drei Fahrzeugen passierten, hätten die US-Soldaten das Feuer eröffnet.
Aussenministerin Micheline Calmy-Rey zeigte sich vom Tod ihres Genfer Parteifreundes betroffen. Sie erwarte, dass die Vereinigten Staaten den Vorfall gründlich untersuchten, erklärte Calmy-Rey gegenüber dem Westschweizer Radio RSR.
Die US-Botschaft in Bern habe reagiert und ihr Bedauern über den Vorfall ausgedrückt, sagte Sieber. Ferner sicherten sowohl die Botschaft als auch das US-Verteidigungsministerium ihre Kooperation mit den Schweizer Behörden zu.
Aufenthaltsort?
Das Opfer der Schiesserei vom Dienstag war nach Angaben der Genfer Sozialisten seit fünf Jahren SP-Mitglied. Seit zwei Jahren habe es jedoch keine Hinweise zu seinem Aufenthaltsort gegeben.
Die Präsidentin der Genfer SP, Laurence Fehlmann-Rielle, bestätigte auf Anfrage entsprechende Berichte der Westschweizer Zeitungen "24 Heures" und "La Tribune de Genève". Sie habe angenommen, dass der Mann für den Wiederaufbau in seine Heimat zurückgekehrt sei.
Der schweizerisch-irakische Doppelbürger mit Jahrgang 1956 war kurdisch-irakischer Abstammung. Mit einer Dissertation zur Kurdistan-Frage hatte er an der Universität Genf den Doktortitel erhalten.
(bert/sda)
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