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Snowden erhält Asyl in Russland - Obama beleidigt

Donnerstag, 1. August 2013 / 15:42 Uhr
aktualisiert: 19:52 Uhr

Moskau - Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hat in Russland vorläufiges Asyl erhalten. Er dürfe sich nun ein Jahr lang in Russland aufhalten, sagte Snowdens russischer Anwalt Anatoli Kutscherena am Donnerstag der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Das Weisse Haus in Washington zeigte sich «äusserst enttäuscht».

Ein Jahr lang darf er sich in Russland aufhalten.

Es handle sich "nicht um eine positive Entwicklung", sagte der Präsidentensprecher Jay Carney. US-Präsident Barack Obama prüfe die "Nützlichkeit" eines Treffens mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin. Obama wollte eigentlich im September vor einem G20-Gipfel in Moskau zu bilateralen Gesprächen mit Putin reisen.

Snowden seinerseits bedankte sich bei Russland für die Gewährung des Asyls. In einer Erklärung, die am Donnerstag auf der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlicht wurde, warf er der US-Regierung die Missachtung einheimischen und internationalen Rechts vor.

Das Recht hat gesiegt

Am Ende jedoch habe das Recht gesiegt, erklärte der 30-jährige Computerspezialist Snowden wenige Stunden nach Verlassen des Transitbereichs im Moskauer Flughafen Scheremetjewo, wo er mehr als vier Wochen festgesessen hatte. "Er ist derzeit einer der meistgesuchten Menschen der Welt", sagte der als Kreml-nah bekannte Kutscherena.

Snowden war am 23. Juni aus Hongkong kommend in Moskau gelandet und soll sich seitdem in der Transitzone von Scheremetjewo aufgehalten haben. Aus Angst um Leib und Leben in seiner Heimat hatte der US-Amerikaner in Russland vorläufiges Asyl beantragt.

Die USA fordern seine Auslieferung. Sie suchen den Enthüller der US-Ausspähprogramme per Haftbefehl wegen Geheimnisverrats. Russland lehnt aber eine Abschiebung Snowdens vehement ab.

(dap/sda)


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