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Sunniten fordern acht Posten im Kabinett

Sonntag, 24. April 2005 / 09:08 Uhr

Bagdad - Die wichtigste politische Vereinigung der Sunniten im Irak hat Anspruch auf acht Posten im künftigen Kabinett erhoben.

Das irakische Parlament ist bereits Ende Januar gewählt worden.

Unter den geforderten Ämtern müsse ein Schlüsselministerium sowie der Posten eines Vize-Ministerpräsidenten sein. Dies teilte die Nationale Front mit, ein Dachverband mehrerer sunnitischer Gruppen, am Samstag nach einem Treffen in Bagdad.

Die Sunniten riefen die anderen politischen Kräfte im Irak auf, am Sonntag in einer Krisensitzung über die schleppend verlaufende Regierungsbildung zu beraten.

Es gebe einen bedauerlichen Verzug bei der Bildung der Koalition. Beobachter vermuten, dass die Forderungen der Sunniten die Regierungsbildung weiter verzögern könnten.

Wahl weitgehend boykottiert

Stärkste Kräfte bei der Parlamentswahl Ende Januar waren die schiitisch dominierte Vereinigte Irakische Allianz mit 146 Mandaten und das Kurden-Bündnis, das 77 Abgeordnete stellt.

Beide Gruppen wollen die Sunniten in die Regierung einbinden; diese sind im Parlament allerdings kaum vertreten, weil sie die Wahl weitgehend boykottiert hatten. Das neue irakische Parlament zählt 275 Abgeordnete.

Gewalt nimmt zu

Mit der erneut zunehmenden Gewalt im Land wächst der Druck auf die Politiker, ihre Differenzen beizulegen und die Sicherheitslage zu verbessern. In den vergangenen zwei Wochen nahm die Gewalt im Irak wieder zu.

Am Samstag wurden nach Polizeiangaben bei einem Autobombenanschlag auf die irakische Nationalgarde in der Nähe des Gefängnisses Abu Ghraib westlich von Bagdad neun Menschen getötet und 20 weitere verletzt. Bei einer Schiesserei im Nordirak kam ein Kameramann der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) ums Leben.

(rp/sda)


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