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Terrorverdächtiger durch US-Zivilist misshandelt?

Dienstag, 8. August 2006 / 10:51 Uhr
aktualisiert: 11:28 Uhr

Washington - In den USA hat der erste Prozess gegen einen Zivilisten wegen schwerer Misshandlung von Gefangenen im Krieg in Afghanistan begonnen.

Zwei gefangene Taliban-Kämpfer. (Archivbild)

Dem früheren Auftragnehmer des Geheimdienstes CIA, David Passaro, droht eine bis zu 40-jährige Freiheitsstrafe. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, im Juni 2003 im Gefängnis Asadabad in Afghanistan einen Häftling so stark geschlagen zu haben, dass dieser drei Tage später an den Folgen starb.

Passaro ist in dem Verfahren in Raleigh in North Carolina wegen Gewalttätigkeit angeklagt, nicht aber wegen Mordes oder Totschlags. Der 40-Jährige plädiert auf nicht schuldig.

An Grenze zu Pakistan

Der vermutlich an den Folgen der während der Verhöre erduldeten Misshandlungen gestorbene Gefangene Abdul Wali war laut der Anklage am 18. Juni in Asadabad an der Grenze zu Pakistan eingetroffen. Nach zweitägigen Befragungen starb er am 21. Juni.

Wali wurde verdächtigt, an Granatenangriffen auf den Stützpunkt, eine frühere sowjetische Militärbasis an der Grenze zu Pakistan, teilgenommen zu haben.

«Befehle von oben»

Die Verteidigung Passaros argumentiert, dass ihr Mandant Befehle von oben befolgte, wie das Blatt «The Fayetteville Observer» berichtet. Sie hat den früheren CIA-Chef George Tenet vorgeladen.

Passaro wird die Jury auch fragen, ob sein Verhalten kriminell gewesen sei oder mit den von der Regierung von US-Präsident George W. Bush herausgegebenen Regeln für die Behandlung von Terrorverdächtigen übereinstimmt habe, hiess es in dem in Raleigh erscheinenden «The News and Observer».

Es ist noch unklar, ob in dem Prozess auch CIA-Agenten zu den Verhörmethoden des Geheimdienstes aussagen dürfen.

(ht/sda)


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