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US-Senator wirft Armee Vertuschung vor

Montag, 29. Mai 2006 / 07:27 Uhr

Washington - Der demokratische US-Senator John Murtha hat der Armee Vertuschung des Massakers an 24 Irakern in der Stadt Haditha vorgeworfen.

Die Soldaten hätten wahllos auf jeden geschossen, der sich bewegte. (Archivbild)

«Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Militärs versucht haben, die Affäre zu vertuschen», sagte Murtha dem US-Fernsehsender ABC.

Die erste Version am 19. November habe gelautet, die Iraker seien durch Sprengsätze ums Leben gekommen. Am nächsten Tag seien Ermittler vor Ort gewesen, aber niemand habe etwas gesagt, sagte Murtha.

Bis März, als das US-Magazin «Time» die Sache ans Licht gebracht habe, hätten alle geschwiegen. Jetzt müsse aufgedeckt werden, bis auf welche Ebenen die Affäre reiche.

«Wann wurde er (der Vorsitzende des Vereinigten Generalstabs, General Peter Pace) informiert. Hat er Order gegeben, die Affäre zu vertuschen?», fragte Murtha.

Klarheit gefordert

Auch republikanische Politiker forderten Klarheit. Senator John Warner sagte, er wolle die Angelegenheit wie den US-Folterskandal im Gefängnis von Abu Ghraib bei Bagdad behandelt wissen.

Warner, Vorsitzender des Streitkräfte-Ausschusses im Senat, kündigte eine Anhörung an. Der Ausschuss werde prüfen «was und wann es passiert ist» und ob die Vorgesetzten der beschuldigten Soldaten angemessen darauf reagiert hätten.

Der republikanische Abgeordnete John Kline sprach gegenüber dem «Time Magazine» von einer «hässlichen Geschichte», die sich da zusammenbraue.

Untersuchung geht zu Ende

US-Marineinfantristen Corps sollen in Haditha 24 Menschen kaltblütig getötet haben. Die Untersuchung des Massakers neigt sich ihrem Ende entgegen.

Dabei geht es nicht nur um die Frage, wie die Iraker zu Tode kamen, sondern vor allem darum, dass die Soldaten ihre Tat im Anschluss offenbar verschleierten.

Ein Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums hatte am Freitag erklärt, möglicherweise würden mehrere Marines wegen Mordes angeklagt. Dem Militär zufolge gab es 15 Opfer.

Wahlos auf jeden geschossen

Das «Time Magazine» hatte unter Berufung auf Menschenrechtler und Augenzeugen die offizielle Armeeversion in Frage gestellt.

Gemäss dem Magazin waren die Zivilisten, unter ihnen Frauen und Kinder, getötet worden, als US-Soldaten nach dem Tod eines Kameraden in ihre Häuser eindrangen und wahllos auf jeden schossen, der ihnen in den Weg kam.

(rr/sda)


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