Verhaftungen nach Bombenserie in Neu Delhi Sonntag, 14. September 2008 / 11:09 Uhr
Neu Delhi - Nach der verheerenden Bombenserie in der indischen Hauptstadt Neu Delhi haben die Sicherheitskräfte mehrere Verdächtige festgenommen. Wie die Polizei mitteilte, wurden zwölf Männer in Gewahrsam genommen und verhört.
 Indien wird seit drei Jahren von Anschlägen erschüttert.
Anklage sei bislang aber nicht erhoben worden. Bei der Explosion von fünf Sprengsätzen innerhalb einer halben Stunde waren am Samstag nach offiziellen Angaben mindestens 21 Menschen getötet und 98 weitere verletzt worden.
Medien hatten von bis 30 Toten berichtet. Die mit Zeitzündern versehenen Bomben waren in drei belebten Geschäftsvierteln im Stadtzentrum detoniert. Die Polizei fand nach eigenen Angaben zudem drei nicht explodierte Bomben: eine davon befand sich in einem Kino und eine weitere nahe der Sehenswürdigkeit India Gate.
Bekennerschreiben per E-Mail
Zu den Anschlägen bekannte sich die muslimische Terrorgruppe Indische Mudschaheddin. Nach Polizeiangaben soll die Bekenner-E-Mail, die mehrere indische Medien erhalten hatten, von einem Computer in der westindischen Finanzmetropole Bombay verschickt worden sein.
Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass die Indischen Mudschaheddin eine Frontorganisation anderer verbotener muslimischer Terrorgruppen ist. Die Organisation hatte sich bereits im Mai und Juli zu Bombenserien in den Grossstädten Jaipur und Ahmedabad bekannt, bei denen insgesamt mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen waren.
Indien wird seit drei Jahren von Anschlägen erschüttert. Das schlimmste in dieser Zeit ereignete sich im Juli 2006 in der Wirtschaftsmetropole Bombay. Bei den Anschlägen auf Züge und Bahnhöfe waren 186 Menschen getötet worden.
(ht/sda)
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