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Waffenhändler zahlen für Heckenschützen-Opfer

Montag, 13. Dezember 2004 / 08:57 Uhr
aktualisiert: 09:46 Uhr

Washington - Erstmals haben sich Waffenhändler in den USA bereit erklärt, für Opfer von Gewaltverbrechen Schmerzensgeld zu zahlen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde im Nachgang zu den Heckenschützen von Washington geschlossen.

Der Sniper von Washington tötete zehn Menschen aus dem Hinterhalt.

Wie der US-Fernsehsender ABC meldete, müssen ein Waffenhändler und ein Waffenhersteller insgesamt 2,5 Millionen Dollar an zwei Überlebende und die Angehörigen der Opfer zahlen. Diese Vereinbarung sei vor einem Gericht in Tacoma, im Bundesstaat Washington, geschlossen worden.

Der Waffenhändler in Tacoma soll demnach 2 Millionen Dollar zahlen, der Hersteller in Windham, im Bundesstaat Maine, 500 000 Dollar. Die Familien der Opfer und die Überlebenden der Heckenschützen hatten den Händler der Fahrlässigkeit beschuldigt.

Die bei den Morden verwendeten Waffen hatten die Täter gestohlen. Der Hersteller habe unverantwortlich gehandelt, weil er einem unzuverlässigen Händler Waffen geliefert habe, argumentierten die Kläger. Ein Richter in Tacoma hat laut dem Bericht das Abkommen vor einer Woche genehmigt.

Das private Brady Zentrum zur Verhinderung von bewaffneter Gewalt in Washington sprach von einem bahnbrechenden Sieg gegen die Waffenindustrie. Bereits vor der Vereinbarung von Tacoma seien in diesem Jahr in zwei anderen Fällen Waffenhändler wegen des fahrlässigen Verkaufs von Waffen zu Geldstrafen verurteilt worden.

2002 hatten zwei inzwischen verurteilte Sniper im Grossraum Washington aus dem Hinterhalt zehn Menschen erschossen und weitere Personen verletzt.

(fest/sda)