Wahlen in Afghanistan: Gewalt nimmt wieder zu Dienstag, 4. August 2009 / 11:29 Uhr aktualisiert: 20:06 Uhr
Kabul - Gut zwei Wochen vor der Präsidentenwahl in Afghanistan haben mehrere Anschläge das Land erschüttert. Ein Selbstmordattentäter tötete in der südlichen Provinz Sabul fünf Menschen und verletzte 19 weitere, wie die Polizei mitteilte.
 Aufgrund der Wahlen werden weiter Gewalttaten befürchtet.
Auf die Hauptstadt Kabul wurden mindestens neun Raketen abgefeuert. Wie das Innenministerium mitteilte, verletzten sie einen Mann und ein Kind. Eins der Geschosse schlug demnach nahe der US-Botschaft ein, andere Raketen nahe des internationalen Flughafens.
Zuvor war von acht Geschossen die Rede gewesen. Später wurde jedoch eine neunte Rakete entdeckt, die nicht detonierte. Die radikalislamischen Taliban übernahmen die Verantwortung für den Abschuss der Raketen. Ziele seien eine Kaserne der afghanischen Armee sowie der Flughafen gewesen, sagte ein Sprecher der Taliban.
Wahlprozess stören
Der Beschuss am Dienstag war der schwerste Raketenangriff auf Kabul seit Jahren. «Dies war ein verstörender Angriff, und wir werden ihn untersuchen», sagte der Sprecher des Innenministeriums, Samarai Baschari: «Wir haben erwartet, dass die Feinde vor den Wahlen Anschläge verüben würden, um den Wahlprozess zu stören.»
Auch vor der Präsidentschaftswahl 2004 hatten die Taliban mehrere Raketenangriffe auf die Hauptstadt verübt. Diese Angriffe waren in den vergangenen Jahren aber abgeflaut. In den vergangenen Wochen ist die Gewalt in Afghanistan allerdings neuerlich eskaliert.
(sl/sda)
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