Weniger Deutsche zieht es in die Schweiz Freitag, 8. Oktober 2010 / 12:49 Uhr aktualisiert: 13:46 Uhr
Bern - Wegen der Wirtschaftsflaute sind in den letzten zwölf Monaten weniger Menschen in die Schweiz eingewandert als im Jahr zuvor. Statistisch gesehen leben deutlich mehr Kosovaren in der Schweiz - weil sie seit der Unabhängigkeit Kosovos nicht mehr als Serben gelten.
 Weniger Einwanderer wegen schwacher Wirtschaftslage.
Ende August lebten gut 1,7 Millionen Ausländerinnen und Ausländer in der Schweiz. Dies teilte das Bundesamt für Migration (BFM) am Freitag mit. Die meisten stammen aus EU- und EFTA-Staaten.
Laut BFM hat die schwache Wirtschaftslage zu Beginn des Jahres dazu geführt, dass zwischen 1. September 2009 und 30. August 2010 weniger Menschen eingewandert sind als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs. Bei den Bürgern aus EU- und EFTA-Staaten betrug die Zunahme 3,1 Prozent - im Vorjahr waren es 4,6 Prozent.
Dieser Rückgang widerspiegelt gemäss BFM die Zuwanderungspolitik des Bundesrates und das Zulassungssystem im neuen Ausländergesetz, wonach aus Staaten ausserhalb der EU nur besonders qualifizierte Arbeitnehmer rekrutiert werden dürfen.
Zahl der Kosovaren rasant angestiegen
Auch aus Deutschland sind weniger Menschen in die Schweiz gezogen: Waren es im letzten Jahr noch 20'872, liessen sich dieses Jahr nur 13'262 Deutsche in der Schweiz nieder.
Rein statistisch gesehen hat die Zahl der Kosovarinnen und Kosovaren massiv zugenommen - um 34'750 Personen. Dies liegt laut BFM jedoch daran, dass Kosovo seit Februar 2008 ein unabhängiger Staat ist und in der Folge viele in der Schweiz lebende Kosovaren, die als Serben galten, den kosovarischen Pass beantragten.
Neben den Deutschen sind vor allem Portugiesen (7548 Personen) und Eritreer (2228 Personen) eingewandert.
(ade/sda)
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