RECHT
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Weniger Strafanzeigen wegen Betäubungsmitteldelikten in Zürich

Dienstag, 25. Februar 2003 / 17:47 Uhr

Zürich - Die Drogenkriminalität im Kanton Zürich ist den Strafanzeigen zufolge im Jahr 2002 zurückgegangen. Die Einbruchskriminalität ist stabil geblieben.

Wird weniger konsumiert, oder lässt man sich bloss nicht erwischen?

Im vergangenen Jahr wurden 13 851 Drogendelikte zur Anzeige gebracht, was gegenüber 2001 mit 15 385 Straftaten einer Abnahme um 9,8 Prozent entspricht. Dies zeigt eine Statistik der Zürcher Kantonspolizei zur Drogenkriminalität.

Wegen Konsums gab es 11 524 Strafanzeigen (12 923 im Vorjahr), wegen Handels 2155 (2344) und wegen Einfuhr 168 (80). Der Rückgang beim Anzeigentotal relativiert das in der öffentlichen Diskussion gezeichnete Bild eines zunehmenden Drogenproblems in Zürich.

Die Zahlen zur Drogenkriminalität sind jedoch schwierig zu interpretieren. Durch die verstärkte Polizeipräsenz kann der Konsum eingedämmt werden, wodurch es weniger Strafanzeigen gibt. Daneben können weniger Straftaten angezeigt werden, wenn der Drogenhandel auf Grund der Polizeipräsenz raffinierter abgewickelt wird.

Die Sicherstellung von Betäubungsmitteln im Jahr 2002 zeigt unterschiedliche Entwicklungen. Während beim Heroin mit 144 Kilo eine deutliche Zunahme zu verzeichnen ist (115 Kilo im Vorjahr), wurde beim Kokain mit 149 Kilo weniger sichergestellt (159 Kilo).

Einen massiven Anstieg von Sicherstellungen gab es bei den Cannabis-Produkten, weil nach Angaben der Polizei die illegale Produktion zugenommen hat. Total wurden 17 Tonnen Marihuana (4,5 Tonnen) und 306 Kilo Haschisch (82 Kilo) konfisziert.

Die Statistik der Zürcher Polizei zur Einbruchskriminalität zeigt ein praktisch stabiles Bild. Das Total der Einbrüche stieg leicht von 13 140 auf 13 195 an. Mit 38,4 Prozent (46,6 Prozent) betrafen die meisten Einbrüche nach wie vor Wohnungen.

(fest/sda)