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Wie ausländerfeindlich ist Italien?

Montag, 15. September 2008 / 16:03 Uhr
aktualisiert: 16:23 Uhr

Rom - In Italien wird wieder um die Frage gestritten, wie gross die Ausländerfeindlichkeit im Lande sei. Auslöser war der Fall eines 19-Jährigen aus Burkina Faso. Abdul Guiebre war in Mailand von mehreren Barbesitzern erschlagen worden.

Herrscht in Italien ein Klima des Ausländerhasses?

Guiebre war in der Nacht beim Diebstahl von Keksen aus der Bar erwischt worden. Als ihn die Barbesitzer sahen, gingen sie mit Eisenstangen wild auf den Afrikaner los, beschimpften ihn und liessen ihn schwer verletzt auf der Strasse liegen, wo ihm einige Freunde zur Hilfe eilten.

Nach einigen Stunden im Koma erlag der Mann den schweren Verletzungen. Guibre lebte mit seiner Familie seit Jahren in Mailand. Seine Tötung löste eine politische Auseinandersetzung zwischen der Regierung von Silvio Berlusconi und der Mitte-Links-Opposition aus.

Vorwürfe aus der Opposition

Die oppositionelle PD (Demokratische Partei) attackierte die rechte Regierungspartei Lega Nord, welche durch ihre ausländerfeindliche Politik ein Klima des Hasses in Italien erzeuge.

Oppositionschef Walter Veltroni beschuldigte die Mitte-Rechts-Koalition, Italien vom moralischen, politischen und wirtschaftlichen Standpunkt her zu ruinieren. «In Italien gibt es ein Klima der Intoleranz und des Hasses, das wir bekämpfen müssen», sagte er.

«Schluss mit der rassistischen Kampagne der Lega Nord, die die Immigranten als Ursache aller Probleme betrachtet!», forderte der Oppositionschef.

Innenminister Roberto Maroni, «Nummer Zwei» der Lega Nord, wies die Vorwürfe der Opposition zurück. «Rassismus hat mit dem Vorfall in Mailand nichts zu tun hat», sagte er.

(tri/sda)


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