Aoun erklärt sich zum Sieger Montag, 13. Juni 2005 / 07:33 Uhr aktualisiert: 12:30 Uhr
Beirut - Der kürzlich aus dem Exil zurückgekehrte frühere Regierungschef General Michel Aoun hat sich zum Sieger der dritten Runde der Parlamentswahlen in Libanon erklärt.
 General Michel Aoun war 14 Jahre im Exil.
Sein politischer Erzrivale, der Drusenführer Walid Dschumblatt, gestand unterdessen seine Niederlage ein. Dschumblatt sagte im Fernsehen, die extremistischen Christen in Libanon hätten über die moderaten Kräfte triumphiert.
Aoun, der im Mai nach 14 Jahren im Exil zurückgekehrt ist, hat sich mit einem Reformprogramm gegen die aus seiner Sicht traditionalistischen Kräfte in der anti-syrischen Opposition gestellt. Dazu zählt er auch Dschumblatt. Dieser wirft Aoun wiederum vor, von Syrien benutzt zu werden.
Höhere Wahlbeteiligung
Die dritte Runde der Parlamentswahlen hatte mit einer höheren Beteiligung als in den ersten beiden Durchgängen stattgefunden. 1,2 Millionen Wahlberechtigte im Libanon-Gebirge und in der Bekaa-Ebene waren aufgerufen, über 58 der insgesamt 128 Parlamentssitze zu entscheiden.
Bereits am Morgen hatten sich vielerorts Schlangen vor den Wahllokalen gebildet. Nach ersten Schätzungen lag die Wahlbeteiligung bei etwa 55 Prozent. In den ersten beiden Runden waren 27 beziehungsweise 45 Prozent der Stimmberechtigten zur Wahl gegangen.
Ende Mai hatte die oppositionelle Zukunftsbewegung von Saad Hariri, dem Sohn des ermordeten früheren Ministerpräsidenten Rafik Hariri, bei der Wahlrunde in der Hauptstadt Beirut alle 19 Sitze gewonnen.
Am Sonntag abschliessende Wahl im Norden
Den zweiten Durchgang im Süden Libanons entschieden eine Woche später die pro-syrischen Schiiten-Bewegungen Hisbollah und Amal für sich; zusammen gewannen sie alle 23 für den Süden reservierten Parlamentssitze. Der letzte Teil der Wahl findet am kommenden Sonntag im Norden des Landes statt.
Die neue Volksvertretung steht vor schwierigen Aufgaben. Die UNO fordert eine Entwaffnung der Hisbollah, einer von Syrien unterstützten radikal-schiitischen Miliz, die sich an der Südgrenze des Landes als Speerspitze gegen Israel versteht. Zudem stehen eine Entscheidung über den Verbleib des pro-syrischen Präsidenten Emile Lahoud im Amt an sowie über ein neues Wahlrecht.
(fest/sda)
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