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Stimmauszählung unter EU-Beobachtung

Sonntag, 29. Mai 2005 / 20:29 Uhr

Beirut - Unter Beobachtung von EU-Vertretern hat in Beirut die Stimmauszählung des ersten Teils der Parlamentswahl im Libanon begonnen. Es zeichnet sich eine unerwartet tiefe Stimmbeteiligung ab.

Wer wird ins Parlament einziehen?

Mit ersten Ergebnissen der Auszählung wird in der Nacht gerechnet; das offizielle Resultat soll nach Angaben des Innenministeriums erst am Morgen feststehen.

Nach Angaben des Innenministeriums in Beirut beteiligten sich lediglich 28 Prozent an der ersten libanesischen Parlamentswahl nach dem syrischen Truppenabzug. Nur wenige der gut 420 000 wahlberechtigten Einwohner Beiruts gingen zur Urne.

Zwei Gründe für Verweigerung

Beobachter führten für diese Verweigerungshaltung vor allem zwei Gründe an: Erstens hatten Anhänger von General Michel Aoun und einige andere prominente Politiker zum Boykott des Urnengangs in Beirut aufgerufen. Sie wollten damit gegen die aus ihrer Sicht ungerechte Aufteilung der Wahlbezirke protestieren.

Zweitens galt ohnehin als sicher, dass die Liste von Saad Hariri, dem Sohn des ermordeten früheren Regierungschefs Rafik Hariri, einen Erdrutschsieg erringen würde. Von den insgesamt 19 Sitzen für Beirut waren 9 bereits vor der Wahl an Hariris Liste gegangen, weil sich keine Gegenkandidaten fanden.

Im Süden, Osten und Norden Libanons wird nacheinander an den drei kommenden Sonntagen gewählt. Die Parteien, die für den Abzug der Syrer Ende April gekämpft hatten, dürften nach der Wahl die Mehrheit im 128-sitzigen Parlament haben. Sie sind untereinander jedoch zum Teil zerstritten.

(rr/sda)


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