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Schwache Wahlbeteiligung im Libanon

Sonntag, 29. Mai 2005 / 16:33 Uhr

Beirut - Mit äusserst mässiger Beteiligung hat die erste libanesische Parlamentswahl nach dem syrischen Truppenabzug begonnen. Nur wenige der gut 420 000 wahlberechtigten Einwohner Beiruts gingen zur Urne.

Die Anhänger von General Michel Aoun haben die Wahl boykottiert.

Vor Schliessung der Wahllokale erklärten Politiker, die Beteiligung habe in der Hauptstadt deutlich unter den 33,8 Prozent der letzten Parlamentswahl im Jahr 2000 gelegen.

Beobachter führten für diese Verweigerungshaltung vor allem zwei Gründe an: Erstens hatten Anhänger von General Michel Aoun und einige andere prominente Politiker zum Boykott des Urnengangs in Beirut aufgerufen. Sie wollten damit gegen die aus ihrer Sicht ungerechte Aufteilung der Wahlbezirke protestieren.

Zweitens galt ohnehin als sicher, dass die Liste von Saad Hariri, dem Sohn des ermordeten früheren Regierungschefs Rafik Hariri, einen Erdrutschsieg erringen würde. Von den insgesamt 19 Sitzen für Beirut waren 9 bereits vor der Wahl an Hariris Liste gegangen, weil sich keine Gegenkandidaten fanden.

Wichtiges Wahlbündnis

Dem Wahlbündnis von Hariris Zukunftsbewegung hatten sich auch Oppositionsführer Walid Dschumblatt und die radikalislamische Hisbollah angeschlossen.

Im Süden, Osten und Norden Libanons wird nacheinander an den drei kommenden Sonntagen gewählt. Die Parteien, die für den Abzug der Syrer Ende April gekämpft hatten, dürften nach der Wahl die Mehrheit im 128-sitzigen Parlament haben. Sie sind untereinander jedoch zum Teil zerstritten.

(rr/sda)


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