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Herdenschutzhunde gegen Bärenattacken im Einsatz

Freitag, 13. Juli 2007 / 16:19 Uhr
aktualisiert: 16:43 Uhr

Flüelapass - Seit Montag dieser Woche sind auf der Alp Grialetsch am Flüelapass GR zwei Herdenschutzhunde im Einsatz. Eine bessere Abwehr von Bären gibt es nicht. Doch auch diese willigen Helfer können keinen absoluten Schutz bieten.

Maremmano-Abbruzzese: Bodyguard auf vier Beinen.

Auf der 34 Quadratkilometer grossen Alp auf der Südseite des Flüelapasses weiden neben einigen Mutterkühen mit ihren Kälbern, einigen Geissen und acht Pferden rund 950 Schafe.

Seit Ende Juni sind 14 von ihnen von einem der beiden Bären gerissen worden, die im Unterengadin umherstreifen.

Eine solch grosse Herde über Nacht einzupferchen, sei schlicht unmöglich, sagte Emil Müller, Pächter der Alp und Gemeindepräsident von Susch, an einer Medienorientierung des Landwirtschaftlichen Bildungszentrums Plantahof vor Ort.

«Das würden weder die Hunde schaffen, noch könnte das Zaunmaterial transportiert werden», sagte Müller, «wir hoffen, dass wir mit den zusätzlichen Hunden wenigstens einen Grossteil der Herde zu schützen vermögen.»

Gehe es mit den Attacken so weiter, würden den Hirten nicht nur die psychischen, sondern auch die körperlichen Strapazen zu sehr zusetzen.

Vor vier Jahren wurde zum Schutz vor Grossraubtieren eine Eingreiftruppe mit speziellen Herdenschutzhunden geschaffen, wie Daniel Mettler darlegte. Mettler ist Koordinator des Herdenschutzes in der Schweiz.

Von Anfang an mit dabei war Hirtin Kathrin Rudolf, ein Jahr später stiess Riccarda Lüthi dazu. Die jungen Fauen stehen mit Hunden der Rasse Maremmano-Abbruzzese am Flüelapass im Einsatz.

Die jüngste Begegnung mit Meister Petz hatten sie in der Nacht auf den Freitag. Risse gab es zwar nicht, aber der Bär kam bis an den Zaun eingepferchter Schafe heran und verletzte zwei von ihnen.

Die Hirtinnen beobachteten das Raubtier aus rund 100 Metern Entfernung im Licht ihrer Scheinwerfer, sie schrien und riefen, die Hunde bellten, bis sich Meister Petz gemächlich in die Legfören verzog.

(li/sda)


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