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Holocaust-Leugner Williamson ist wieder in Europa

Mittwoch, 25. Februar 2009 / 15:06 Uhr

London - Der Holocaust-Leugner Richard Williamson ist zurück in Europa. Der 68-Jährige umstrittene Pius-Bruder folgte einer Aufforderung zur Ausreise der argentinischen Regierung und kam aus Buenos Aires in seiner Heimat Grossbritannien an.

Ob Richard Williamson jetzt Nachhilfe in Sachen Geschichte nimmt?

Nach der Landung am Flughafen London-Heathrow stieg er, umringt von Polizisten und drängelnden Journalisten, ohne Kommentar in ein wartendes Auto und verliess den Terminal mit unbekanntem Ziel.

Die Rücknahme der Exkommunizierung von Williamson durch Papst Benedikt XVI. hatte vergangenen Monat für grosse Empörung gesorgt. Der Bischof der fundamentalistischen Pius-Bruderschaft hatte behauptet, dass in Nazi-Lagern nicht sechs Millionen Juden umgebracht wurden, sondern maximal 300 000, davon allerdings keine in Gaskammern.

Aufforderung des Papstes widersetzt

Einer Aufforderung des Papstes, seine Aussagen zu widerrufen, widersetzte sich Williamson. Er müsse erst die «Tatsachen» neu untersuchen, sagte er in einem Interview. Der Holocaust ist historisch völlig unstrittig.

Die argentinische Regierung hatte Williamson wegen «Unregelmässigkeiten» in seinem Visumsantrag und der Leugnung des Holocausts ultimativ zum Verlassen des Landes gedrängt. Rechtliche Bedenken gegen die Einreise Williamsons nach Grossbritannien, wo die Leugnung des Holocausts nicht strafbar ist, gab es nicht.

Die Pius-Bruderschaft hatte sich zwar von Williamsons Äusserungen zur Judenvernichtung während der Nazizeit distanziert. Allerdings werden auch der Bruderschaft antisemitische und antijudaistische Tendenzen vorgehalten. Die Londoner Pius-Bruderschaft hat nach eigenen Angaben angeblich keine Informationen über seinen Verbleib.

(tri/sda)


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