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Israel beschliesst einseitige Waffenruhe im Gazastreifen

Sonntag, 18. Januar 2009 / 00:01 Uhr

Tel Aviv/Gaza - Israel stoppt seine Offensive im Gazastreifen. Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hat am Abend eine einseitige Waffenruhe angekündigt. Diese soll um 01.00 Uhr MEZ in Kraft treten.

«Die Ziele, die vor Beginn der Operation festgelegt wurden, sind vollständig erreicht worden.»

«Die Ziele, die vor Beginn der Operation festgelegt wurden, sind vollständig erreicht worden - und noch mehr», sagte Olmert nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts. «Die Hamas hat einen harten Schlag abbekomen.»

Olmert erklärte, die israelischen Angriffen hätten die operativen Kräfte der Hamas stark gemindert und deren Infrastruktur grösstenteils zerstört. Viele Gebiete, aus denen militante Palästinenser Raketen auf Israel abfeuern, seien jetzt unter Kontrolle der israelischen Armee.

Verteidigungsminister Ehud Barak kündigte an, die israelische Armee werde die Offensive «wenn nötig» wieder aufnehmen. Die Armee werde auch künftig auf Angriffe der Hamas reagieren. Israel werde mit aller Kraft auf solche Attacken antworten, sagte Olmert. Vorläufig würden die israelischen Soldaten noch im Gazastreifen bleiben.

Keine Waffenruhe ohne Rückzug

Ein Hamas-Sprecher erklärte, die Organisation werde keine Waffenruhe mit Israel ohne einen israelischen Rückzug aus dem Gazastreifen akzeptieren.

Hamas werde nicht die Präsenz eines einzigen israelischen Soldaten in dem Küstenstreifen tolerieren, egal wie hoch der Preis sei, sagte Hamas-Sprecher Fawsi Barhum in einer im palästinensischen Fernsehen übertragenen Ansprache.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas forderte, nach dem Entscheid über eine einseitige Waffenruhe müsse nun ein formeller Waffenstillstand folgen und ein vollständiger Rückzug der israelischen Truppen.

Israel hatte am 27. Dezember seine Militäroffensive begonnen. Das Land hatte damit nach eigenen Angaben darauf reagiert, dass Palästinenser seit Monaten Raketen aus dem Gazastreifen heraus auf Israel feuerten.

Mehr als 1200 Palästinenser ums Leben gekommen

Nach palästinensischen Angaben kamen seit dem 27. Dezember mehr als 1200 Palästinenser ums Leben, mehr als 5300 weitere wurden verletzt. Rund 65 Prozent der Opfer seien Zivilisten. Auf israelischer Seite starben 13 Menschen, darunter drei Zivilisten, bei Raketenangriffen oder Kämpfen im Gazastreifen.

(li/sda)


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