KATRINA
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Luftbrücke für New Orleans

Samstag, 3. September 2005 / 22:45 Uhr

Washington/New Orleans - Fünf Tage nach dem Hurrikan «Katrina» hat die US-Armee eine Luftbrücke zur Rettung der eingeschlossenen Menschen aus New Orleans eingerichtet.

Mit einer Luftbrücke soll den Mendschen in New Orleans geholfen werden.

In der Stadt trafen erste Lebensmittel, Medikamente und Trinkwasser ein. Jubelnd begrüsste die von der Flut eingeschlossene Bevölkerung die 50 Lastwagen der Nationalgarde mit Hilfsgütern.

50 000 Bewohner warteten noch auf Rettung. Sie sollen laut Bürgermeister Ray Nagin in fünf Tagen in Sicherheit sein. Rund um den Superdome warteten am Samstag noch 10 000 Menschen.

In Houston im Nachbarstaat Texas waren bis Freitag 25 000 erschöpfte Flüchtlinge mit Bussen aus Louisiana eingetroffen. Laut dem US-amerikanischen Roten Kreuz sind bislang 94 000 Menschen in Notunterkünften untergebracht worden.

Anarchie und Chaos

In New Orleans herrschte weiter Anarchie und Chaos. Marodierende Banden beherrschten die Strassen. Selbst viele Polizisten trauten sich nachts nicht mehr heraus.

US-Präsident George W. Bush kündigte die Entsendung von weiteren 7000 Soldaten an. Sie sollen die 21 000 Nationalgardisten in New Orleans unterstützen. Die Anzahl Nationalgardisten in den Katastrophengebieten von Lousiana, Mississippi und Alabama soll um weitere 10 000 auf 80 000 aufgestockt werden.

Kritik an Bush

Bush räumte inzwischen Fehler ein. Viele Bürger bekämen nicht die Unterstützung, die sie benötigten, sagte er nach seinem Kurzbesuch in der Region. Er versprach rasche Hilfe.

Trotz der Besuche reisst die Kritik an Bushs Krisenmanagement nicht ab - auch innerhalb der Präsidenten-Partei, den Republikanern. Die Kritik fokussierte sich auf die Rassenunterschiede in den USA. Die Folgen der Naturkatastrophe haben überwiegend zu ärmeren Schichten zählende Schwarze zu tragen.

Wiederaufbau?

Für Empörung sorgte auch der führende Republikaner und Bush-Freund Dennis Hastert mit seinen Zweifeln am Sinn des Wiederaufbaus von New Orleans. Bush stellte daraufhin klar, dass die Südstaatenmetropole wieder aufgebaut werden solle.

Langsam zeichnet sich das Ausmass der Katastrophe ab. Mindestens 350 000 Häuser wurden laut Behörden zerstört. Eine Million Menschen haben ihr Zuhause verloren. Ungewiss ist die Zahl der Toten. Allein in Missippi geben die Behörden die Opferzahl mit mindestens 147 an.

Gemäss der Armee wird es drei Monate dauern, das Wasser aus New Orleans zu pumpen.

(bert/sda)


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