Menschliches Versagen führte zu Tornado-Absturz Donnerstag, 14. Februar 2008 / 10:16 Uhr aktualisiert: 11:29 Uhr
Bern - Der Absturz eines deutschen Tornado-Jets im Berner Oberland vom 12. April 2007 ist auf menschliches Versagen zurückzuführen. Der Pilot hatte das Gelände im gebirgigen Lauterbrunnental und die Flugparameter falsch eingeschätzt.
 Der Tornado stürzte bei einem unbewaffneten, bewilligten «Navigationsflug» ab.
Dies hat die Untersuchung des Unglücks ergeben, wie das Verteidigungsdepartement (VBS) mitteilte. Gesetzliche Bestimmungen für Flüge im Schweizer Luftraum wurden hingegen keine verletzt, wie die Abklärungen der schweizerischen Militärjustiz und der Generalflugsicherheit der deutschen Bundeswehr ergaben.
Der Jet war in Lechfeld (D) gestartet, flog via Nîmes (F) und Korsika (F) nach Emmen LU, wo er landete und aufgetankt wurde. Von dort aus startete die Maschine zu einem unbewaffneten, bewilligten «Navigationsflug».
Gegen 15 Uhr erreichte der 27-jährige Pilot das Lauterbrunnental im Berner Oberland. Dort zerschellte der Tornado an der Bergflanke zwischen der Aebenifluh und dem Mittaghorn.
Der 27-jährige Pilot kam beim Absturz ums Leben. Der 34-jährige Waffensystemoffizier überlebte schwer verletzt. Er rettete sich mit dem Schleudersitz aus dem Flugzeug, blieb aber dann mit dem Fallschirm an der Felswand hängen. Von dort konnte er mit einer Seilwinde in Sicherheit gebracht werden.
Als Konsequenz aus dem Unfall hat die schweizerische Luftwaffe das Betreuungskonzept für ausländische Besatzungen optimiert. Die Schweiz übernimmt auch die Kosten von 60 000 Franken für die Bewältigung der Folgen des Absturzes.
Bezahlt werden Flugleistungen ziviler Helikopterunternehmen und der Alpinen Rettung Schweiz. Die Schweiz hätte diese Ausgaben von Deutschland zurückfordern können, doch der Bundesrat verzichtete darauf.
(fest/sda)
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