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Polens Wahlsieger bereitet Regierungsübernahme vor

Dienstag, 23. Oktober 2007 / 19:04 Uhr
aktualisiert: 20:19 Uhr

Warschau - Zwei Tage nach seinem Wahlsieg in Polen ist der Chef der Bürgerplattform (PO), Donald Tusk, von der Parteispitze zum Kandidaten für das Amt des Regierungschefs ernannt worden. Laut Endergebnis ist die PO mit 209 Sitzen stärkste Partei im neuen Parlament.

Das Staatsoberhaupt solle entsprechend der Verfassung handeln, sagte Tusk.

Nach der Sitzung des Parteivorstandes sagte Tusk, er hoffe auf eine gute Zusammenarbeit mit Staatspräsident Lech Kaczynski.

Dieser hat sich auch zwei Tage nach der Parlamentswahl weder zum Wahlergebnis geäussert noch den Liberalen zum Sieg gratuliert. Tusk ermahnte Kaczynski, einen Beitrag zur raschen Regierungsbildung zu leisten.

Das Staatsoberhaupt solle entsprechend der Verfassung handeln, sagte Tusk unter Verweis auf die Pflicht des Präsidenten, einen Regierungschef zu nominieren. Dazu hat Kaczynski bis zu zwei Wochen nach der konstituierenden Sitzung des Parlaments Zeit. Diese Sitzung ist für Anfang November geplant.

Normalerweise schlägt der Präsident einen Politiker aus der stärksten Parlamentsfraktion als Ministerpräsidenten vor. Experten haben nicht ausgeschlossen, dass Kaczynski die Nominierung verzögern könnte, um auf die Kabinettsbildung Einfluss zu nehmen.

Tusk kündigte Sondierungsgespräche mit der gemässigten Bauernpartei PSL über eine Koalition an. Jaroslaw Kaczynski schloss unterdessen eine Beteiligung an einer Koalition mit den Liberalen aus. Die PiS werde in die Opposition gehen. Das Wahlergebnis sei ein Beweis dafür, «dass in einer Demokratie Fehler passieren».

(smw/sda)


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