USA: 1000. Hinrichtung vollzogen Freitag, 2. Dezember 2005 / 09:15 Uhr
Raleigh - In den USA ist der 1000. Mensch seit Wiedereinführung der Todesstrafe vor 30 Jahren hingerichtet worden.
 Die Hinrichtung wurde von zahlreichen Protesten begleitet.
Im Vorfeld der Hinrichtung des Doppelmörders Kenneth Lee Boyd in North Carolina kam es zu zahlreichen Protesten.
Der 57-jährige Boyd erhielt um 2.00 Uhr Ortszeit (8.00 Uhr MEZ) im Zentralgefängnis der Stadt Raleigh im US-Bundesstaat North Carolina eine Giftspritze. Kurz zuvor hatten ihn noch Familienangehörige besucht.
Boyd war 1994 wegen Mordes an seiner von ihm getrennt lebenden Frau und seines Schwiegervaters zum Tod verurteilt worden. Er hatte die zwei 1988 vor den Augen zweier seiner Kinder getötet.
Weltweite Proteste
Die Hinrichtung Boyds hatte im Vorfeld für weltweites Aufsehen und Protestkundgebungen gesorgt, weil sie als ein Markstein in der Geschichte der Todesstrafe gilt.
Das Oberste US-Gericht hatte 1976 nach mehrjährigem Unterbruch die Wiedereinführung der Todesstrafe in 38 der 50 US-Bundesstaaten erlaubt.
Zwar ist die Zahl der Todesurteile in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Sie werden aber nach wie vor von rund zwei Dritteln der US-Bürger befürwortet.
Erster Kandidat begnadigt
Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat es 2004 nur in China, Vietnam und Iran mehr Hinrichtungen als in den Vereinigten Staaten gegeben.
Ursprünglich war die 1000. Hinrichtung bereits für Mittwoch im Bundesstaat Virginia erwartet worden, doch wurde der dortige Todeskandidat in letzter Minute vom Gouverneur begnadigt.
(rr/sda)
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