Verhandlungen werden nach Tod Rugovas verschoben Samstag, 21. Januar 2006 / 15:20 Uhr aktualisiert: 27. Januar 2006 / 10:00 Uhr
Pristina - Der Präsident der serbischen Provinz Kosovo, Ibrahim Rugova, ist tot. Das berichtete der Sender Radio Television Kosovo. Bei dem 61- Jährigen war im vergangenen September Lungenkrebs diagnostiziert worden.
 Ibrahim Rugova.
Die für Mittwoch in Wien geplanten ersten direkten Gespräche über den künftigen Status der serbischen Provinz würden nun wohl erst Anfang Februar stattfinden, sagte der finnische UNO-Sondergesandte Martti Athisaari der Nachrichtenagentur Reuters in Helsinki. Dies geschehe aus Respekt vor dem Verstorbenen.
Rugova galt als Symbolfigur des gewaltfreien Kampfes für die Unabhängigkeit des Kosovo von Serbien. Der Politiker sollte an den Verhandlungen über den endgültigen Status der Provinz teilnehmen, die in der kommenden Woche unter Vermittlung der UNO beginnen sollten.
Gewaltfreier Widerstand
Nach der Aufkündigung der Autonomie des Kosovo 1989 durch den damaligen serbischen Machthaber Slobodan Milosevic setzte sich Rugova für einen gewaltfreien Widerstand gegen die Serben ein. Während der Zeit der Balkan-Kriege verlor Rugova jedoch zeitweise an Einfluss zu Gunsten militanter Separatisten.
Den Serben wurde vorgeworfen, beim Kampf gegen Rebellen Gräueltaten verübt zu haben. 1999 wurden die serbischen Sicherheitskräfte durch Nato-Bombardements aus dem überwiegend von Albanern bewohnten Kosovo vertrieben. Seither wird die Provinz von der UNO verwaltet.
Ziel eines Anschlages
Rugova überlebte im März 2005 unverletzt einen Bombenanschlag in Pristina. Er stand an der Spitze der Demokratischen Liga des Kosovo, die die grösste Partei in der amtierenden Übergangsregierung ist.
(ht/news.ch mit Agenturen)
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