«Anrührend und perfekt»: Obamas 30 Minuten-Spot Donnerstag, 30. Oktober 2008 / 08:38 Uhr aktualisiert: 18:06 Uhr
Washington - Mit einer halbstündigen TV-Wahlwerbung zur besten Sendezeit hat der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama seinen Wahlkampf zu einem neuen Höhepunkt getrieben.
 Barack Obama weiss sich zu inszenieren.
Unmittelbar vor einem mit Spannung erwarteten Baseball-Spiel warb Obama auf den drei grössten Fernsehsendern CBS, NBC und Fox um die Gunst der Wähler und stellte den Wahltag am kommenden Dienstag als historischen Augenblick für das amerikanische Volk dar.
Die vergangenen acht Jahre hätten gezeigt, «wie die Entscheidungen eines Präsidenten eine tiefgreifende Wirkung auf den Lauf der Geschichte und auf das leben der Amerikaner haben können», mahnte Obama in seiner Wahlwerbung vor dem Hintergrund eines Büros im Stil des Oval Office.
Obamas Optimismus...
Ungeachtet der derzeitigen Wirtschaftskrise, der Kriege und der Zukunftsangst gebe es aber weiter Optimismus, Hoffnung und Stärke, sagte Obama.
Branchenkenner schätzten die Kosten für die Marathon-Wahlwerbesendung im Fernsehen auf mindestens 3 Mio. Dollar. Insgesamt hat Obama dank seines hohen Spendenaufkommens nach Schätzung von Experten bislang rund 250 Mio. Dollar für Wahlwerbung ausgegeben.
...oder schöner Schein?
Die Republikaner kritisierten den 30-minütigen Marathon-Werbespot als schönen Schein. Jeder, der schon einmal etwas bei TV-Werbesendungen gekauft habe wisse, «dass der Verkäufer-Job immer besser ist als das Produkt», tat McCains Sprecher Tucker Bounds den Obama-Spot ab.
McCain nahm bei seinen Wahlkampfauftritten am Mittwoch seine Charakterangriffe auf seinen Konkurrenten wieder auf und erneuerte seinen Vorwurf, Obama habe enge Kontakte zu dem radikalen Linken Bill Ayers, der in den 60er Jahren Mitglied einer gewalttätigen Untergrundbewegung war.
Bill Clinton für Obama
Wenige Stunden nach Obamas Werbesendung trat Ex-Präsident Bill Clinton erstmals für den demokratischen Kandidaten in den Wahlkampf. Vor mehr als 30'000 Anhängern feierte er Obama als «Amerikas Zukunft».
Der schwarze US-Senator sei der richtige Mann, um die USA aus der Wirtschaftskrise zu führen, sagte Clinton bei einem gemeinsament Auftritt mit Obama in Orlando im Bundesstaat Florida.
(smw/sda)
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