Eichel kritisiert Schweiz als «Rosinenpicker» Sonntag, 25. Februar 2007 / 10:20 Uhr aktualisiert: 10:38 Uhr
Bern - Der deutsche SPD-Politiker und frühere Finanzminister Hans Eichel geht mit der Schweiz wegen den Steuerprivilegien für Holdinggesellschaften hart ins Gericht. Er bezeichnet das Verhalten der Schweiz in einem Interview als «einseitige Rosinenpickerei».
 So wie die Schweiz könne man sich laut Hans Eichel doch nicht verhalten.
Auf die Dauer würden die EU-Mitgliedstaaten nicht zusehen, wie ihnen durch Steuervergünstigungen, die innerhalb der EU als unfair gelten und abgeschafft sind, Firmen entzogen werden. So wie die Schweiz könne man sich doch nicht verhalten, sagte Eichel gegenüber der «NZZ am Sonntag».
Die Schweiz könne sich nicht auf ihren Status als Nicht-EU-Land beziehen. Sie profitiere in ganz grossem Umfang von der EU und habe eine Fülle von Vereinbarungen abgeschlossen.
Auch in der EU gebe es zwar Steuerwettbewerb, aber im Falle der Schweiz gehe es um eine Ungleichbehandlung von in- und ausländischen Gewinnen.
Es könne nicht einseitige Rosinenpickerei geben nach dem Motto, die Vorteile des gemeinsamen Marktes wollen wir, aber an den Verpflichtungen der Mitglieder wollen wir nicht teilhaben.
(bert/sda)
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