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Verschiedene Rezepte gegen Jugendgewalt

Sonntag, 30. September 2007 / 08:39 Uhr

Bern - Im Kampf gegen Jugendgewalt wenden die Sprachregionen verschiedene Rezepte an. Im Tessin werden gewalttätige Jugendliche separat unterrichtet, in der Deutschschweiz setzt man bei den Eltern an und die Romandie schwört vor allem auf Prävention.

Wie soll man auf schwer führbare Jugendliche einwirken?

Am weitesten geht in der Westschweiz der Kanton Neuenburg. Allerdings brauchte es dazu einen Anstoss. Dieser bestand darin, dass sich die Zahl der Anzeigen gegen Jugendliche 1997 innerhalb eines Jahres verdoppelte. Das Kantonsparlament verabschiedete 1999 ein Paket mit 13 Massnahmen - die meisten präventiver Natur.

Dazu gehörten Schulordnungen, Schulmediatoren, der Aufbau einer Interventionsgruppe für akute Krisen, Gassenarbeit für verhaltensauffällige Jugendliche, eine Informations-Plattform im Internet und die Ausstrahlung von Präventions-Spots im Regionalfernsehen.

Auf der anderen Seite setzt Neuenburg auch auf Repression. Der Kanton, der schweizweit Jugend-Delinquenz gerichtlich am härtesten ahndet, schuf zusätzliche Plätze in Erziehungsheimen und Gastfamilien sowie neue Haftzellen für Jugendliche, um die Strafen auch vollziehen zu können.

Starke Eltern

In der deutschsprachigen Schweiz hat man einen anderen Weg eingeschlagen und den Hebel bei den Eltern angesetzt - etwa in den Kantonen Basel-Stadt und Zürich. Die Verantwortlichen glauben, dass starke Eltern besser geeignet sind, möglicherweise gewalttätige Jugendliche in die Schranken zu weisen.

Im Kanton Tessin galt das Prinzip der Integration in den Schulen lange als sakrosankt. Zunehmende Jugendgewalt führte nun aber dazu, dass die grössten Unruhestifter separat unterrichtet werden. Dafür stellte der Kanton eigens drei Sonderpädagogen ein.

Damit hofft Erziehungsdirektor Gabriele Gendotti zwei Probleme auf einmal zu lösen. Einerseits gehe es darum, die Lehrkräfte zu entlasten und das Klima in den Klassen zu verbessern. Andererseits erhofft er sich durch die pädagogische Sonderbehandlung, positiv auf die schwer führbaren Jugendlichen einzuwirken.

(smw/sda)


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